Rote Rosen: Stromberg war für sie der späte Karrierebooster

Martina Eitner-Acheampong ist künftig in der ARD-Serie aus Lüneburg als Gisela zu sehen. Bundesweit bekannt wurde die Schauspielerin als Erika Burstedt in der Kult-Sitcom „Stromberg“. Im LZ-Gespräch spricht sie auch über ein verborgenes Talent aus ihrer Jugendzeit.

Lüneburg. Das ist doch die Erika. Wenn Martina Eitner-Acheampong irgendwo in der Öffentlichkeit auftaucht, wird sie häufig erkannt. Ihren richtigen Namen wissen zwar die wenigsten, ganz viele aber haben ihr Gesicht noch in bester Erinnerung: Denn die Schauspielerin spielte drei Staffeln lang in der Kultserie „Stromberg“ mit, war als Erika Burstedt auch im Kinofilm zur Serie zu sehen. Jetzt heißt Martina nicht mehr Erika, sondern Gisela. Sie ist einer der Neuzugänge in der 23. Staffel bei „Rote Rosen“.

Rote Rosen: Wir stellen vor: Martina Eitner-Acheampong als Gisela - hier  anschauen

Wer ein bisschen stöbert, was die Schauspielerin beruflich bislang alles gemacht hat, stößt auf eine beeindruckend lange und prominent bestückte Liste. Von „Tatort“ über „Ein Fall für zwei“ bis „Der letzte Bulle“, von „Dr. Klein“ über „Pastewka“ bis „Doctor‘s Diary“, von „Der Goldene Handschuh“ über „Der Junge muss an die frische Luft“ bis „Catweazle“ reicht der Beschäftigungsnachweis – und das ist nur ein klitzekleiner Auszug.

Doch das Format, mit dem sie heute, zwanzig Jahre nach der Erstausstrahlung, noch viele verbinden, ist die Sitcom „Stromberg“, wo sie im Büroalltag als Erika Burstedt zum beliebten Ziel der Attacken ihres Abteilungsleiters Bernd Stromberg wurde. Die Serie war ein regelrechter Türöffner für sie, bestätigt Martina Eitner-Acheampong. „In den Achtzigern hatte ich bei der DEFA einige Minirollen fürs Fernsehen. Ich war zur festen Überzeugung gekommen: Ich bin eine extrovertierte Theaterschauspielerin und kann nicht vor der Kamera spielen.“ Dann kam Stromberg und alles änderte sich.

Die Schauspielerin verrät die Hintergrundgeschichte dazu: „Ich habe damals einen Agenten bei einer Party angequatscht. Der hat mich zweimal auf der Bühne gesehen und gesagt: Dich nehme ich auf. Durch ihn bin ich dann zu Stromberg gekommen. Es war mein allererstes Casting und meine erste Serie. Mit Anfang 40, wo alle sagen, da kriegst Du keine Rollen mehr. Insofern bin ich auch ein gutes Beispiel dafür, dass Dinge nicht immer so laufen, wie alle es prophezeien.“

Flexibel im Geist geblieben

Ihr später TV-Durchbruch sei auch ein Beleg dafür, wie viel „das richtige Mindset“ ausmache. Denn der Glaubenssatz, sie könne nicht vor Kameras überzeugen, hat sich nachweislich als falsch herausgestellt. Heute weiß die gebürtige Cottbusserin: „Man muss eben flexibel im Geiste bleiben – und mit ein bisschen Stolz kann ich behaupten: Das bin ich auch mit meinen 64 Jahren noch.“

Das Rosen-Engagement ist ein weiterer Beleg dafür. Denn Eitner-Acheampong lässt durchblicken, dass eine Daily bisher eher nicht zu ihren Präferenzen zählte. „Ich war der Auffassung, dass man da ja keine Zeit hat, tiefgründig seine Rolle zu hinterfragen und auszuprobieren. Diese Meinung habe ich inzwischen komplett revidiert.“ Nach wenigen Monaten des Drehs in Lüneburg habe sie sogar eine richtige Hochachtung davor, wie bei den Rosen alles ineinander greife. „Wie – und das meine ich gar nicht despektierlich – in einer Fabrik. Das ist beeindruckend.“

Jerry Kwarteng um Rat gefragt

Dass sie überhaupt in Lüneburg gelandet ist, lag vor allem am Rosen-Produzenten Jan Diepers. Mit ihm hatte sie schon bei der Serie „Parlament“ zusammengearbeitet. „Er hat mich gefragt, und ich hatte Lust drauf“, sagt sie. Zwar kannte sie die Serie vorher nicht, hatte aber durchaus Berührungspunkte mit der Rosen-Welt. Mit Antonia Jungwirth (Sara Herzberg) hat sie bei einer Theaterproduktion in Konstanz zusammengearbeitet, Diana Staehly (Jördis Kilic) zählte zum Stromberg-Ensemble, und Jerry Kwarteng (Dr. Hendrik Althaus) ist ein guter Bekannter. „Ihn habe ich kontaktiert und gefragt: Wie war das für Dich bei den Rosen?“. Und weil er reichlich Positives zu berichten hatte, sagte sie schließlich zu.

Heute weiß sie: Jerry hat nicht zu viel versprochen. Wenn sie über die Atmosphäre am Set und die Kollegen sprechen soll, werde das „zur kompletten Lobhudelei“. Sie holt etwas aus: „Ich war richtig aufgeregt, als ich herkam. Denn so viel Text, wie die hier ballern, das habe ich noch nie in meinem ganzen Leben gemacht. Bei einem Kinofilm hast Du am Tag vielleicht zwei Szenen. Hier wird durchgerockt, das ist irre. Aber alle waren hier extrem entzückend. Das beginnt schon damit, dass, wenn Du morgens kommst, die Leute Dich anlächeln, wenn Du Guten Tag sagst. Das klingt banal, ist aber nicht überall so. Das sorgt gleich für ein anderes Klima.“

In diesem Klima bereite es ihr große Freude, die Figur der Gisela zu verkörpern, die sie so beschreibt: „Sie ist die Mutter dreier erwachsener Kinder: Julius, Franka und Valerie. Lange hatten sie nicht so viel Kontakt, jetzt prasselt sie nach Lüneburg. Sie hat ganz wenig Rente, fliegt aus ihrer Wohnung raus, weil sie die Mieterhöhung nicht gewuppt bekommt und muss sich ein anderes Leben aufbauen. Sie ist tatkräftig und immer ein bisschen drüber, immer ein bisschen zu laut, aber auch immer herzlich. Vor allem mit Tochter Valerie gibt es immer Stress. Gisela ist ein wenig ungeschickt im Umgang mit ihr.“

Ihre Rolle habe durchaus komische Elemente, aber es ist eben keine Sitcom. Und gerade das habe auch für die Rosen gesprochen. „Es ist schön, wenn man als Schauspielerin so verschieden wie möglich spielen kann. Dass man nicht nur auf Sicherheit besetzt wird nach dem Motto: Lustig kann sie, das wissen wir durch Stromberg. Das ist ja auch für meine persönliche Entwicklung wichtig.“

Gerade wieder einen Tatort gedreht

Wie vielseitig sie ist, stellt sie nicht nur vor der Kamera unter Beweis – gerade hat sie wieder einen Tatort gedreht –, die Darstellerin mit dem ghanaischen Namen ist auch als Theaterregisseurin aktiv, hat jüngst mit einer Märcheninszenierung in Würzburg Premiere gefeiert, für die ihre Rosen-Figur extra auf Kreuzfahrt geschickt wurde, damit sie ein paar Wochen Drehpause hatte.

Im Januar ist sie zudem zwei volle Wochen an der Bochumer Schauspielschule, wo sie auch Lehrbeauftragte ist. Da werde sie die Professoren bei der großen Bewerbungsrunde unterstützen. „Im vorigen Jahr habe ich da schon mal mitgemacht, da waren es 600 Bewerber, von denen zehn bis zwölf ausgewählt wurden,“ skizziert sie die anspruchsvollen Anforderungen für den Weg in den Beruf.

 

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